Montag, 1. Februar 2016

Muss man beim Klarträumen Angst vor einer Schlafparalyse haben?

Viele beginnenden Klarträumer werden von den Gerüchten über die Schlafparalyse abgeschreckt. Aber was ist eigentlich dran an diesem Phänomen?

Die Schlafparalyse ist biologisch sinnvoll
 
Wenn man zu träumen beginnt, dann senkt das Gehirn den Muskeltonus im Körper, so dass man die Träume nicht im Schlaf auslebt. Diesen Vorgang nennt man Schlafparalyse oder Bewegungsunfähigkeit im Schlaf. Das passiert jede Nacht etwa alle 90 Minuten während der REM-Phasen. Normalerweise schläft und träumt das Gehirn zu diesem Zeitpunkt allerdings schon, so dass man die Schlafparalyse nicht bewusst miterlebt.Ganz selten kommt es vor, dass man zu diesem Zeitpunkt bewusst ist. Wenn man die Schlafparalyse unvorbereitet erlebt, kann das sehr erschreckend sein. Das Phänomen an sich ist allerdings harmlos. Wenn man geistig darauf vorbereitet ist, kann man die hypnagogen Traumbilder auch steuern. Eine Klarträumerin hat z.B. von einer sehr kuscheligen Katze während der Schlafparalyse geträumt.

Hat das etwas mit dem Klarträumen zu tun?

Im Jahre 2011 kam  über 9gag das Gerücht auf, dass das man durch das Klarträumen häufiger Schlafparalysen bekommen würde. Durch soziale Medien verbreitete sich das Gerücht rasend schnell. Man konnte kaum noch das Wort "Klartraum" in den Mund nehmen, ohne von 100 Seiten über die Gefahren der Schlafparalyse gewarnt zu werden.
Ich selbst habe in 10 Jahren Klartraumerfahrung noch keine einzige Schlafparalyse bewusst miterlebt. In der wissenschaftlichen Literatur findet sich ebenfalls kein Hinweis, dass man sich Sorgen zu machen braucht. Auch in den Communities wird sehr selten davon berichtet, dass jemand beim Klarträumen eine Schlafparalyse erlebt hat.

Häufig wird sie mit hypnagogen Phänomenen verwechselt. Abends oder wärend eines WILD-Versuches, wenn das Gehirn sich langsam in Richtung Schlaf bewegt, können interessante Sinnesempfindungen auftreten: Das Bett kann sich so anfühlen, als würde es schaukeln oder der Körper kann anfangen zu kribbeln. Häufig werden diese Hpynagogien mit der Schlafparalyse verwechselt.

Aus der Community kenne ich aber Fälle von Klarträumern, die bevor sie mit dem Klarträumen begonnen haben, von Natur aus Erfahrungen mit der Schlafparalyse hatten. Aber durch die Beschäftigung mit dem Klarträumen verlor sie ihren Schrecken und trat dadurch deutlich seltener auf.

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